Davoser WEF: Die Welt mit alten Methoden an die Wand fahren

F. Malik am Donnerstag, 27.01.2011 um 13:04 Uhr
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Davoser WEF: Die Welt mit alten Methoden an die Wand fahren

Bisher aus Davos publizierte Lösungsvorschläge vom wieder höchstkarätig besuchten WEF entsprechen der herkömmlichen und immer weniger wirksamen Denkweise. Manche der Vorschläge stützen sich auf Theorien, die vor 100 Jahren entstanden sind. Diese konnten damals und für viele Jahrzehnte als modern, ja revolutionär angesehen werden, z. B. Keynesianische Wirtschaftspolitik. Heute sind sie so überholt wie Pferdefuhrwerke.

Was bisher vom WEF zu Politik, Wirtschaft und Management  bekannt wurde, ist nicht einmal geeignet, die Alte Welt zu erhalten, sondern es sind gut gemeinte Ratschläge, um mit höchster Wahrscheinlichkeit die Wirtschaft an die Wand zu fahren.

Das liegt aber nicht an den Teilnehmern, sondern an den völlig veralteten Methoden, die man für die Meinungsbildung, für das problemtaugliche Diskutieren und für das Schaffen von Konsens noch immer einsetzt.

Damit kann kein Bruchteil des in Davos versammelten Wissens, der Erfahrung und Kreativität genutzt werden. Wie sollen selbst die besten Eliten Lösungen für die komplexen Herausforderungen finden, wenn sie bildlich gesprochen mit Rauchzeichen kommunzieren müssen statt mit den modernsten Kommunikationsmitteln?

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4 Kommentare

  1. Evert Ypma

    The WEF is designed as a closed box, shaped with some bling-bling features of modern life, but driven by aged premises of what global society could mean. That should be discussed!

    • Fredmund Malik

      Suggest some new premises to start a discussion. I have already written very much about such premises in my books and monthly management letters.

  2. Walter Huber

    Sehr geehrter Hr. Malik.

    Im letzten Satz haben Sie die Antwort auf Ihren richtigen Hinweis der alten Welt. Wenn wir derzeit von Veränderungen sprechen, so findet die Schnellste und Einflußreichste im Bereich der Technologie und insbesondere der Kommunikationsmöglichkeiten statt. Von Facebook und allen Sozialnetzwerken bis zum iPad und ählichen neuen PCs läuft hier eine Entwicklung ab, die viele Politiker, Direktoren und ältere „Top-Manager“ am falschen Fuß erwischt. Aus dieser 2-Klassen-Info-Gesellschaft entwickelt sich auch eine 2-Klassen-Politiker- und Wirtschaftsgesellschaft. Die Einen hängen geistig noch an den alten Lösungen, die Anderen suchen und finden neue Lösungen. In Davos treffen sich zu 80 % die Einen. Die Anderen haben solche Plattformen noch nicht. Es sind viele Einzeldenker, aber es werden mehr. Wir sind ja erst am Beginn von dem von Ihnen beschriebenen Übergang von einer Alten Welt zu einer Neuen Welt. Leider glaube ich auch, dass die neue Welt nicht in Europa entsteht. Hier behindert noch immer die alte Kultur und Tradition wirklich neue Wege und Welten zu finden.

    • Fredmund Malik

      Erstmals in der Geschichte gibt es die Methoden und Tools, die es ermöglichen solche Umbrüche ohne die bisherigen Sozialkatastrophen zu meistern. Früher musste das Unheil seinen Lauf bis zum Kollaps nehmen. Daher bin ich zuversichtlich, dass jene Gruppe rasch wächst, die das erkennt und dass sie die neuen Tools rasch einsetzen wird. Noch fehlt vielen aber die nötige Information über neue Lösungen.