Rohstoffpreise

F. Malik am Dienstag, 22.02.2011 um 6:28 Uhr
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Rohstoffpreise

Rohstoffe steigen mehrheitlich nicht wegen physischer Knappheit, sondern weil spekulatives Kapital mehr als zuvor in diese Märkte drängt. Die Vorgänge in Nordafrika tun das ihrige dafür.
Viele Öltanker liegen aber z. B. vor Malta und andernorts vor Anker, weil es zu den heutigen Preisen keine Nachfrage gibt. In zahlreichen Rohstoffmärkten bilden sich Muster, die in der Regel im Zuge der Bildung von Tops auftreten. Trends sind zwar wichtig – noch wichtiger sind aber Trendänderungen.

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2 Kommentare

  1. Christian S.

    Sehr geehrter Herr Professor,

    ich bin seit Ihrem MoM-Letter zur wirtschaftlichen Lage 2004 ein begeisterter Anhänger Ihrer Veröffentlichungen. Ich fand bis dato nur wenige Autoren, deren Prognosen, Analysen und Meinung sich mit meinen Ansichten so weitgehend decken.
    So konnte ich bisher auch Ihre publizierten Meinungen zum Thema Deflation/ Inflation nachvollziehen, da sie den meinigen entsprechen.

    Doch meine Überzeugung gerät langsam ins Wanken.
    Heute las ich einen beunruhigenden Artikel, der überall auf der Welt – USA, Nahost, Fernost – Inflation nicht nur prognostiziert, sondern schon zu beobachten glaubt.
    Mit unvermeidbarer Ansteckungsgefahr auch für Europa. Ein sinngemäßer Vergleich daraus mit einer Schneelawine: „Sie werden nie herausfinden, welches Flöckchen die Walze ausgelöst hat, aber sie wird das ganze Dorf platt machen“.
    Kann es nicht wirklich irrelevant sein, dass ein paar Öltanker vor Malta leer stehen mögen, wenn anderen Orts sich die Lawine bereits zu formen beginnt?
    Sprechen auf globaler Ebene derzeit nicht doch mehr Zeichen für kurzfristige Inflationsgefahr denn für Deflation? Dass sich also die bereits lang anhaltende Phase der Inflation (die bisher vor allem bei Sachgütern, Immobilien, Aktienindizes etc. zu beobachten war wie von Ihnen beschrieben) noch eine Weile weiter geht oder sich verstärkt (nun aber eher im Bereich der „sichtbaren“ Güter wie Rohstoffe, Lebensmittel, Energie), bevor die von Ihnen angekündigte Phase der Deflation beginnt?

    Hochachtungsvoll
    Christian S.

    • Fredmund Malik

      In Perioden tiefgreifender Transformation sind naturgemäss eine Zeitlang mehrere Kräfte gleichzeitig wirksam, bevor die systemimmanent dominierende Kraft die Oberhand gewinnt. Medial werden fast ausnahmslos die bisherigen Kräfte in den Fokus gerückt, weil vor allem diese für Journalisten vertraut sind, während sie die neuen Kräfte zumeist nicht oder erst zu spät sehen. Keiner der Gründe für eine langanhaltende Deflation ist bisher verschwunden, während andererseits die meisten Gründe, die man für eine Inflation angibt, medial aufgebauscht sind.