Was alle sagen, ist meistens falsch: Contrarian Thinking

F. Malik am Sonntag, 19.05.2013 um 16:07 Uhr
« Vorheriger Artikel / Übersicht / Nächster Artikel »

Meine Leserinnen wissen, dass ich seit Beginn des Blogs für die nächste Wirtschaftsphase ein Deflationsszenario vertreten habe. Regelmässig wurde dieses Szenario arg und zum Teil in aggressiven Worten angegriffen.
Das konnte mich nicht irre machen, denn wenn man auf die richtigen Indikatoren schaute, konnte man die deflationären Tendenzen seit Langem schon klar erkennen. Dafür darf man sich aber nicht durch Mainstream-Meinungen konfus machen lassen. Medienberichte der Marketingabteilungen von Banken und Berufsökonomen machen nur konfus. Man muss das sogenannte „Contrarian Thinking“ beherrschen lernen, denn was in der Wirtschaft alle glauben, ist zumeist eher falsch als dass es richtig wäre.

Ausser einigen Aktienindices sind so gut wie alle inflationsabhängigen Anlageinstrumente zum Teil dramatisch gesunken. Beispiele sind Gold (obwohl die meisten Notenbanken Gold kaufen, die das immer zum falschen Zeitpunkt tun) und Silber, sowie die meisten anderen Rohstoffe wie Kupfer, Kaffee, Kakao, Zucker, Öl usw. Insoweit es dabei Zwischenerholungen gibt, nähern sie sich ihrem Ende. Auch viele Aktien sind massiv gesunken, darunter Lieblinge wie Apple, Coca Cola uvm. Und von Ausnahmeplätzen abgesehen, sind auch Immobilien bestenfalls stabil auf niedrigem Niveau.
Was viele anscheinend nicht wissen: Die Aktien-Indices können höher stehen, obwohl die Mehrheit ihrer einzelnen Werte deutlich tiefer notiert. Aktienindices haben unter anderem eben auch den Zweck, das Handelsvolumen günstig zu beeinflussen.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 Verbleibende Zeichen

61 Kommentare

  1. Jürgen Clasen

    Zum DAX Performance Index schreibe ich nichts mehr. Keine Lust mich ständig zu wiederholen. Klarstellung, nur in einem Punkt: Die Börsen
    sind nicht dazu da, Massen reich zu machen. Im Gegenteil, die Dummen
    werden dort von ihrem Geld getrennt. Neue Höchstkurse lassen mein
    Bärenherz höher schlagen. Je höher desto besser. Wenn der Bär ins Sterne-
    restaurant geht, kriegt er jederzeit einen Platz, bevorzugten Service,
    der Chefkoch fragt selbst nach, ob alles zu seiner vollsten Zufriedenheit
    war und man wäre glücklich wenn man bald wiederkomme…

    • F. Malik

      Lieber Herr Clasen, Ihre Kommentare sind sehr wichtig. Es liegt in der Natur der komplexen Thematik, dass man gewisse Dinge ständig wiederholen muss. Sie sehen aus vielen Postings selbst, wie schwierig sich manche mit dem Szenario tun. Umso wichtiger scheint mir der Blog zu sein.
      Bleiben Sie also bitte dran …

      • Jürgen Clasen

        Weltweit gehen mehr als 100 Mrd Euro durch den Schornstein, weil offensichtlich die Schuldner das Ruder in der Hand haben und den
        Gläubigeren die Bedingungen diktieren können.

        http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/ratgeber-hintergrund/berechnungen-von-dekabank-und-iw-sparer-verlieren-jaehrlich-milliarden-von-euro/8254560.html

        Man fragt sich, wie konnte es soweit kommen? Nun, die Schuldner
        haben in einer konzertierten Aktion im Verbund mit den Regierungen
        die Kontrolle über die Notenbanken übernommen. Der größte Wunsch der Schuldner, ist eine niedrige Zinslast. Wenn das erfüllt ist, wollen sie dann auch noch ins Paradies: Erlaß der Schulden, um anschließend neues fremdes Geld für neue Parties aufzunehmen.
        Und schon bin ich unterwegs mit einer Contrarian Haltung. Bislang
        hat nämlich noch keiner die Blaupause für ein Perpetuum Mobile
        vorgelegt, die nicht als Illusion entlarvt wurde. Ich glaube,
        das dies letztlich eine Sache ist, die nur der liebe Gott kann und
        sonst keiner. Nur leider, scheint die Schuldenmasche ein wenig zu funktionieren. Das unrühmliche Ende ist aber nicht abwendbar. Diese Geisterbahn kennt kein Happy End. Zu Recht.

        • F. Malik

          So ist es, bzw. wäre es, wenn es keine Innovationen in Organisation und Management gäbe, und wenn es keine Kybernetik gäbe, mit der alles weit besser funktionieren kann. Weh tun wird es, bis die neuen Lösungen voll begriffen und eingesetzt werden.

  2. W.Pfeifenberger

    Heinsohn legt in seinem letzten hier veröffentlichten Artikel klar, worum es geht. Hohe private und Staatsverschuldung lassen in USA keinen wirklichen Spielraum für neues Wachstum. Die Deflation kommt dann zwangsläufig. Der Verbraucherpreisindex ist in den Staaten auf 1,1% runter. Man sollte sich von der Börsenhype nicht irre machen lassen.

    • F. Malik

      Richtig, das Gegenteil wird aber durch viele Medien und v.a. durch die Marketingmaschinerien der Finanzindustrie betrieben.
      Die Versuchung ist für viele Menschen gross. Daher als Gegengewicht dieser Blog. Besten Dank für Ihr Posting.

      • Armstrong

        Trotz Deflation können die Indizes weiter steigen. Ursache sind unter anderem die niedrigen Zinsen auf Festgeld, Anleihen und andere vermeintlich „sichere“ Werte. Anleger die auf eine feste Verzinsung angewiesen sind, wie z.B Renten, Pensionsfonds etc. geraten immer mehr in Bedrängnis versprochene Rendite zu generieren und werden gezwungen in andere Anlagenklassen umzuschichten.

        Dieser Trend wird sich wieder umkehren, aber bis dahin dürften Aktien, also Unternehmen und Bargeld (fragt sich nur in welcher Währung) eine Möglichkeit sein, Vermögen zu retten. Doch die Politik arbeitet sehr engagiert daran, die ganze Sache weiterhin spannend zu gestalten.

        • F. Malik

          Ich meine, dass man mit Aktien heute kein Vermögen mehr retten oder erhalten kann.

          • W.Pfeifenberger

            Liest man Enghofer/Knospe „Verschuldung, Geld und Zins – Grundlegende Kategorien einer Wirtschaftstheorie“ kommt man zu dem Schluss, dass in diesen Zeiten zwar auf Bargeld, aber nie auf wie auch immer gearteten Forderungen auf Geld Verlass ist.
            Hier im Blog finden Sie dazu viele Postings, wo ich diese Dinge aus verschiedenen Gesichtspunkten beleuchte.

            • F. Malik

              Genau dies ist eine der Grundpositionen, die ich seit vielen Jahren – schon lange vor der Akutphase der Krise – vertreten habe. Enghofer/Knospe zitieren in ihrem Paper von 2005 daher richtigerweise auch die wesentlichen Autoren, die schon seit den 1980er und 1990er Jahren diese Meinung publiziert hatten: P. C. Martin, Gunnar Heinsohn, Otto Steiger und freundlicherweise auch mich selbst. Allerdings war die Verschuldung 2005 bereits so weit fortgeschritten, dass ökonomische Lösungen so gut wie unmöglich geworden waren.

  3. Tom

    Es könnte das fehlende Contrarian Thinking sein. Es könnte aber auch „einfach nur“ an fehlendem Wissen liegen. Vielleicht können Sie uns helfen, diese Wissenslücken zu schließen. Ich habe bis heute keinen Kommentar im Blog entdeckt, der beschreibt, warum die Realwirtschaft so stark von der Finanzwirtschaft abhängt – sehen wir mal von Krediten ab. Anders gesprochen: Warum ist die Orientierung am Aktienmarkt überhaupt notwendig? Unser mittelständisches Unternehmen hängt gar nicht davon ab; trotzdem betonen Sie immer wieder die Aktienmärkte?! Vielleicht haben Sie ein/zwei Hinweise?

    • Ashitaka

      Die Realwirtschaft hängt in der Hinsicht von den Aktienmärkten ab, dass wir es sind, die über Versicherer, Rentenkassen etc, Banken unsere Gelder verzinst haben möchten. Weltweit wird die Realwirtschaft immer nur durch Kredit finanziert, denn nur der Kredit schafft Geld. In der Summe aller Betrachtungen gibt es kein Eigenkapital, sondern immer nur Fremdkapital, welches bereits Geld geschaffen hat. Dieses Geld muss tilgen und zugleich soll es uns Rendite (Vorsorge, Kapitalanlage) schenken. Diese Nachfrage saugen die Aktienmärkte auf, zumindest solange, wie die Kurse nicht weiter einbrechen. Aufgrund des durch Prof. Malik zutreffend beschriebenen Rückgangs der Verschuldung, einhergehend mit der sich demnächst selbst verstärkenden Besicherungsproblematik von Krediten (ihr Wert sinkt aufgrund der sinkenden Geldsummen/Schulden), wird auch weniger Nachfrage in die Aktienmärkte gelangen. Die einzige Übergangslösung war bisher die Staatsverschuldung und ständige Refinanzierung mittels Staatspapieren. Bricht die Basis weg (steigende private/öffentliche Verschuldung), dann trocknet die Realwirtschaft aus und die fehlenden Renditen an den Aktienmärkten stoßen das Finanzsystem in den Abgrund.

  4. Alain P.

    Guten Tag Herr Malik,

    Wenn ich Sie richtig verstehe, sagen Sie hier u.a., dass wir nicht wie die Mehrheit denken müssen (d.h. wir müssen denken, dass die Preise sinken werden und entsprechend sollte man Short gehen).

    Und ich meine, dass es völlig egal ist, ob und wie der Markt sich irrt. Der Investor, der Gewinn machen möchte, muss den Markt antizipieren, sogar wenn sich der Markt irrational verhält.

    • Stefan Müller

      Ein sehr spannendes Thema, wie ich finde.
      Der Markt ist und bleibt ein „Mann gegen Mann“ Ort, obwohl sich Millionen darin tummeln.
      Jeder einzelne muss sich die Frage stellen, ob er bereit ist für einen angebotenen Preis zu verkaufen. Wenn man die Realität nicht selbst einschätzen kann, lässt man sich durch „Wertbestimmungen“ Externer oder das Massenverhalten beeinflussen.
      Es ist also nie der Markt der sich irrt, sondern der Mensch, der in dem einen Moment bereit ist zu verkaufen bzw. zu kaufen.
      Die Rahmenbedingungen zeigen, dass das System derzeit noch wächst. Ein einbrechendes Angebot (z.B. an Geld/Kreditwürdigkeit), welches zum Erhalt der erreichten Größe nötig ist, wird das System aber wieder schrumpfen lassen. Ein Mensch stirbt ohne Wasser, selbst wenn alles andere ausreichend zur Verfügung steht. Eine Organisation stirbt ohne Geld bzw. Kreditwürdigkeit, selbst wenn Rohstoffe und wertschöpfende Infrastruktur zur Verfügung steht.
      Gruß!
      Stefan Müller

      • W.Pfeifenberger

        Das ist ja das Seltsame an Geld. Andere mit Symbolen operierenden Systeme sind ja quasi unendlich. Schließlich hat man ja noch nichts von ausgehenden Buchstaben gehört. Durch den in die Zukunft weisenden Vektor der Schuld ist aber bei Geld ein Selbsthemmungsmechanismus „eingebaut“. Der führt automatisch dazu, dass bei wachsender Gesamtverschuldung, der durch Geld katalysierte Fernzugriff(=Realwirtschaft) sukzessive verunmöglicht wird. Dann sind zwar auf physischer Ebene noch alle Mittel vorhanden, der symbolische Katalysator verschwindet aber aus dem System. Alles, was wir derzeit erleben ist Prolongation von Schulden. Die von Prof. Malik beschriebenen deflationären Mechanismen werden in einer solchen Situation immer virulenter und es kommt trotz „Gelddruckens“ zu einem Übergewicht der Gläubigerenteignungen, sprich Deflation. Das kann kein Bernanke oder Kuroda verhindern.

      • F. Malik

        Das ist die Hälfte der Marktrealität und ihres Funktionierens. Ein Ganzes gibt es, wenn man hinzufügt, dass die meisten Menschen und Organisationen unter Zwängen stehen. Sie können nur limitiert frei entscheiden und müssen(!) handeln. Dies deshalb, weil sie Verpflichtungen haben, deren Erfüllung erzwungen wird, wenn sie es freiwillig nicht tun. Menschen und Organisationen haben Schulden, müssen Löhne und Mieten bezahlen, Lieferantenrechnungen überweisen usw.
        Die heutige Ökonomie hat das mit Ausnahme der Eigentumsökonomik von Heinsohn/Steiger so gut wie nicht im Visier. Ohne diese real existierenden Zwänge kann man die Wirtschaft und das Handeln, ja die ganze Gesellschaft nicht verstehen.

    • F. Malik

      Den Markt richtig anzipieren heisst so gut wie immer, gegen den Mainstream denken. Um rational oder irrational geht es dabei nicht. Der Markt ist der Markt – und dass Ökonomen ihm ihr Rationalitätsetikett ankleben wollen, ist dem Markt völlig egal.

  5. NJPuls

    Lieber Herr Prof. Malik, vor dem Hintergrund des medialen Dauerfeuers ist gerade für Nichtbörsenexperten (wie mich) Ihre Querdenkerpositon eine wichtige Informationsquelle. Sie schärfen damit die Wahrnehmung, worauf es wirklich ankommt: auf zukunftsfähiges MANAGEMENT von Unternehmen bzw. ganzer Staaten nämlich.

    Momentan versucht eine große Reederei über Unternehmensanleihen an erhebliche finanzielle Mittel zu kommen, weil der desatrösen Refinanzierungsmarkt der Schifffartsbranche nichts hergibt.

    Vor dem Hintergund einer Verzinsung von >9% werden die Managementfähigkeiten dieses Unternehmens medial diskutiert. Angesichts eines desatrösen Marktes wird die Frage der zukunftsfähig dieses Unternehmens im Vergleich zum internationalen Wettbewerb hinterfragt. Die wichtigsten Entscheidungskriterien der Investoren lassen sich mit „Komplexitätskompetenz“ zusammenfassen.

    NUR wenn das Unternehmen in diesem Punkt als zukunftsfähig erkannt wird, werden sich Anlegern finanziell einbringen – soviel ist sicher.

    Für Unternehmen wird es also immer (überlebens)wichtiger, sich diese Kompetenz möglichst schnell anzueignen. Besser heute anfangen, als sich mit konfusen Börsenmeldungen zu befassen.

    • F. Malik

      Zum Glück haben wir bereits alle Elemente für richtiges Komplexitätsmanagement.

  6. Brandmann

    Sehr geehrter Herr Professor Malik,

    der Niedergang des Westens, die Überschuldung, Überalterung, die Klimakatastrophe usw. – das sind doch die Wahrnehmungskategorien des Mainstreams. (Damit verbunden ist natürlich der Untergang des Kapitalismus, was letztlich begleitet würde durch Börsenkräche.) Oder anders gefragt: Wer glaubt denn in Deutschland oder Europa wirklich an eine großartige Zukunft? Nach meiner Einschätzung: nur Wenige. Ich kann daher nicht erkennen, dass ihre Position konträr zur Masse wäre. Der Optimist ist derzeit der wahre Contrarian.

    • F. Malik

      Im Contrarian Posting habe ich die Börsen gemeint, nicht die allgemeine Einstellung zur Wirtschaft. Aktien, Gold, andere Edelmetalle, Inflationsraten usw. werden vom Mainstream genau gegenteilig dem eingeschätzt, was ich Contrarian Thinking nenne. Zu jedem einzelnen dieser Punkte bin ich selbst anderer, gegenteiliger Meinung.

      • Alain P.

        Sehr geehrter Herr Professor Malik,

        „Den Markt richtig zu antizipieren bedeutet so gut wie immer gegen den Mainstream denken“.
        Dies haben Sie mir oben so beantwortet und es geht hier auch darum.

        Obwohl ich als Mathematiker nicht überzeugt von diesem Zitat bin,
        möchte ich ganz klar (als Mitarbeiter einer Börse) Herrn Brandmann zustimmen und folgendes präzisieren:

        „Der Optimist in der heutigen Börsenwelt ist derzeit der wahre Contrarian“.

        Freundliche Grüsse
        Alain P.

        • F. Malik

          Wenn ich Sie richtig verstehe, meinen Sie, dass die Mehrheit des Börsenpublikums pessimistisch eingestellt ist. Daher wäre der Optimist der Contrarian und würde richtig liegen.
          Falls Sie das so meinen, kann ich nicht zustimmen, denn so gut wie alle Sentiment-Indikatoren sind auf oder in der Nähe von All Time-Highs. Selten zuvor waren also so viele Börsianer bullish.

          Nun würde ich aber die Wörter Optimismus und Pessimismus gar nicht verwenden, sondern statt dessen Long und Short-Traders. Meine Position ist, dass man in den nächsten Jahren fast ausschliesslich auf der Short-Seite verdienen wird. Das ist alles andere als Pessimismus.

          • Brandmann

            Wenn die Börse doch nur so einfach wäre. Wie denkt der Mainstream? Optimistisch. Aha. Dann fallen die Kurse, weil keine Käufer mehr da sind, denn die Optimisten haben ja schon gekauft. Schön wäre es. Aber Sentiment-Indikatoren sind ja längst kein exklusives Geheimwissen mehr. Also lautet z.B. für diesen Indikator (einen von Dutzenden, Hunderten) doch die Frage: Wie reagieren die Anleger, wenn die Sentiment-Indikatoren Optimismus signalisieren, folglich die Profis früher davon ausgingen, dass das ein Kontraindikator ist, der aber nun allgemein bekannt ist, was dazu führt, dass die Profis skeptisch werden… usw. (Entsprechende Denkschleifen sind im Übrigen auf alle bekannten Muster und Trends anzuwenden wie „Sell in May“ etc.) Es bleibt dabei: An der Börse verfügt niemand über einen zuverlässigen Kompass.

            • Jürgen Clasen

              Soweit mir bekannt, hat Dr. Jens Ehrhardt, Herausgeber der Finanzwoche, Fondsmanager von diversen Fonds im Mrd Bereich, seinen Titel mit einer Arbeit über Sentiment und Börsenkurse erworben.Im Mittelpunkt der Finanzwoche stehen regelmäßig Darstellungen
              über diese „weichen“ Faktoren. Daneben auch
              immer Hinweise, wie hoch sich die Wertpapier-
              kredite entwickelt haben, die indirekt eben
              auch Stimmung signalisieren. Weiters auch
              das Anlegeverhalten von Mischfonds, Verhält-nis Aktien zu Anleihen. Außerdem auch
              Untersuchungen wie hoch die Reserven der
              Aktienfonds sind. Daraus ergeben sich umfassende Erkenntnisse aus diesem Betrachtungssektor. Nur, um die nächste Ecke
              kann auch er nicht sehen. Seine Superfonds, die zwischen Liquitität und Aktien frei wählen können, machen zumindest die anfäng-lichen Kursrückgänge auch mit. Die Analysen
              von allen anderen Gurus können da nicht mithalten. Interview mit ihm: DAX könnte bis 9200 laufen. Soweit weg sind wir da gar-nicht! Den letzten Schluck aus dieser Pulle kriegt man erfahrungsgemäß nicht. Empfehl-ung meinerseits für sehr erfahrene Anleger: Mit ganz geringem (!) Einsatz auf die Shortseite gehen. Es wird ja bekanntlich nicht geklingelt…

            • F. Malik

              Falls Sie unter einem „zuverlässigen“ Kompass etwas verstehen, was zu 100% aller Zeiten 100% richtige Signale gibt, dann haben Sie Recht. Aber wer redet von so was?
              Ich habe auf Ihr Posting geantwortet, dass der „Optimist“ derzeit der Contrarian sei. Damit wollten Sie sagen, dass derzeit der Pessimismus überwiege. Dazu sagte ich, dass die Bullish-Sentiments noch nie so hoch waren. Also ist Mainstream optimistisch. Dies gilt für die Aktienmärkte, aber nicht unbedingt auch für die Wirtschaftsbeurteilung im Allgemeinen, denn das sind zwei ganz verschiedene Betrachtungsfelder.

              Wenn Sie aber eine Chartanalyse mit Sentiment-Indikators anschauen, dann werden Sie den hohen Grad an Treffsicherheit selbst sehen, falls Sie die richtigen Indikatoren auswählen, denn nicht alle sind zuverlässig. Es ist nicht so, dass der Bekanntheitsgrad von Signalen diese automatisch wirkungslos macht.

              • Jürgen Clasen

                Ausgezeichnetes Bild vom US-Aktienmarkt und
                dem Kreditvolumen hierfür.

                http://www.rottmeyer.de/wertpapierkredite-auf-rekordniveau-hochste-gefahrenstufe-an-den-aktienmarkten/

                Für den vorsichtigen Investor stehen damit die Ampeln auf rot, weil mit den Indices-
                höchstständen stets und ausnahmslos auch das Wertpapierkreditvolumen auf Höchstwerte gestiegen ist. Ein klassisches Zwillings-paar. Natürlich muss der Markt nicht sofort in die Biege machen. Der Wahnsinn kann sich noch zu einem haarströbenden Wahnsinn auswachsen. Diese Verzerrung kommt über die spendablen Notenbanken, die die Spekulanten mit billigem Geld noch die Steigbügel halten. Erst wenn sie, mit ihren un-begrenzten Mitteln, dieses Spiel aufgeben oder aufgeben müssen, endet die Party. Fest steht aber auch, die Korrektur wird der vor-
                rangegangenen Übertreibung entsprechen.

  7. gw..

    Gehen wir einmal weg von den täglichen up and downs der Finanzmärkte, wobei ich Ihre Einschätzung diesbezüglich teile.

    Was würden Sie davon halten, wenn man in größeren Organisationen > 1.000 Mitarbeiter mit ihren Strategieabteilungen, Ja-Sagern und self-reflected-subjects ein „Departement No“ einrichtet.

    Bspw. ein bis drei Leute, die frei im Denken und hart im Nehmen sind, zu allem „Nein“ sagen müssen und sich die vielleicht auf den ersten Blick auch noch so absurdesten Gedanken und Widersprüche ausdenken. Nicht im Sinne von Verhindern, sondern um alle denkbaren Gefahren zu benennen. Erst wenn sich die Strategen dann erneut mit deren Einwänden befassen mußten und die hieraus entstehenden Risiken abgewogen haben, gibt es deren OK. Dann hätte man die Chance auf Kontraindikatoren zu den Auswüchsen, die sich die sich selbst verstärkenden Einheiten erdacht haben.

    Wäre das ein Weg, um aus der vereinheitlichten Gedankensoße der überwiegenden Masse herauszukommen? Oder haben Sie vielleicht sogar einen besseren?

    • F. Malik

      Was Sie vorschlagen, wäre jedenfalls eine interessantes Experiment, das durchaus gute Ergebnisse zeitigen könnte.
      Wir haben noch bessere Lösungen. Dazu gehören mein General Management System = GMS und als Tool die unglaublich wirksamen Syntegrationsverfahren.

      • Stefan Ludwig

        Helmut Schmidt sprach in Frankreich von einer „Krise der Institutionen.“ Das geht in die gleiche Richtung wie das was sie sagen Herr Prof. Malik. Neu und viel besser funktionieren durch die Anwendung kybernetischer Prinzipien. Ob die EZB funktioniert wie Schmidt sagt wage ich zu bezweifeln. Sie kommt zu Entscheidungen und handelt – aber m. E. falsch. Herr Malik mich interessiert sehr wie sie den weiteren Verlauf der Entwicklung einschätzen. Wann kommt der große Durchbruch des kybernetischen Managements? Noch vor oder erst nach dem großen Crash? Reicht ein erfolgreiches „auf den Weg bringen“ von Griechenland oder bedarf es vieler Erfolge einmal rund um den Globus bis sich die Überzeugung durchsetzt kybernetisches Management löst die Probleme wirklich.
        Liebe Blog-Teilnehmer was meinen sie?

        Mit freundlichen Grüßen

        Stefan Ludwig

        • NJPuls

          Herr Ludwig, vielleicht ist der Durchbruch näher als Sie denken. Ein Beispiel: Der WWF erkennt, dass der Klimaschutz 2050 nur erreicht werden kann, wenn nach einem wichtigen kyb. Prinzip gehandelt wird, nämlich „vom Ziel her denkend“ http://www.wwf.de/themen-projekte/klima-energie/modell-deutschland/Klimaschutz-2050/). Automobilkonzerne, Banken, öff. Verwaltungen, Handelsunternehmen, Handwerksbetriebe usw. erkennen inzwischen, welche enormen Vorteile sich bieten. Diskussionen bei massiven Fehlschlägen gehen mehr und mehr in Richtung des kyb. Managements. Selbst in der Grundschule lernen die Kinder inzwischen Prinzipien der Selbstorganisation in Form von Wochenplanung u.dgl. Die Entwicklung beobachte ich seid rd. 20 Jahren. Noch nie gab es so viele Hinweise der Veränderung, wie derzeit.

          Allerdings sitzen immer noch zu viele Betonköpfe an entscheidenen Stellen, die blockieren. Ein Crash könnte zur Lösungs dieses leidigen Problems ganz hilfreich sein …

          Und dann – um zum Thema dieses Eintrags zu kommen – könnten Querdenker zu Vorreitern werden. Diejenigen mit Erfahrung werden dann dringend benötigt. In diesem Sinne an Prof. Malik: mit Hochdruck weitermachen.

          • F. Malik

            Lieber Herr Puls, ganz richtig. Die Anzeichen muss man erkennen und deuten können, das scheint eine Ihrer Stärken zu sein.

        • Brummer, Birgit

          Hallo Herr Ludwig,
          nach meinen Erfahrungen werden dringend „kleine“ Handlungsschritte, auch in vielen Fällen sehr konkrete Ansätze benötigt, ehe sich das kybernetische Management auf sehr breiter Ebene behauptet. Allein die gesellschaftliche Veränderung, die Rolle des Wohnens in diesem Umfeld z.B. betrifft uns alle. Wenn Sie aber in die meisten Unternehmen hineinfragen, dann lautet die Antwort: wir müssen schnell mehr Profit generieren. Und die staatlichen Institutionen zeigen noch die Probleme wie Prof. Malik beschreibt. Wir können einerseits die Malik-Systeme „promoten“ und
          vielleicht auch hier Schritte präzisieren – irgendwie miteinander – und in unserem Mikrokosmos voranbringen.
          Zum „Überlisten“ ist eine konzertierte Aktion vielleicht machbar. Zum lautstarken Protest tauge ich nicht besonders, auch wenn effizienter durch die Medien etc. Nach den „Innovators“ können „Early Adapters“ entstehen.

          • F. Malik

            Vielen Dank, jede Initiative ist wichtig, wenn sie in den Organisationen den Entscheidern die Augen für die enormen Möglichkeiten öffnet und ihnen so ganz neue Perspektiven für die Spitzenführung bewusst macht.

        • F. Malik

          Helmut Schmidt hat Recht. Nun kommt es noch darauf an, was alles er mit „Institutionen“ meint. Für den „grossen“ Durchbruch braucht es noch etwas mehr Druck. Das Interesse und die Befassung mit kybernetischem Management nimmt stark zu. Auch wenn Vorstandsvorsitzende und Staatssekretäre an der Spitze überzeugt sind, so braucht es oft noch mehr Zeit bis zur ersten Anwendung als sie es selbst wollen. Bremsen sind unter anderem z.B. auch die Ausschreibungsregeln bei Städten, wenn diese etwas einkaufen wollen. das mehr als 200 T kostet. Damit verliert man dann gleich wieder 4 – 8 Monate, bis eine Entscheidung fallen kann. Nun, so ist das System derzeit … Aber es gibt auch genügend Intelligenz, mit der man es „überlisten“ kann.

  8. Jürgen Clasen

    Schäuble ist nach einem bösen Attentat an den Rollstuhl gefesselt. Ein Schicksal das ich auch als poltischer Gegner mehr als bedauere. Aber es ist kein Freibrief für gut getarnte politischen Racheakte an unserem Gemeinswesen. Jetzt will er, nach dem er alle Regeln und Gesetze zur EWU in den Orkus gejagt hat, die KFW als big spender für notleidende Companies
    im Süden einsetzen und ihnen Zinsgeschenke machen. Das Mann kann nicht alle
    Tassen im Schrank haben. Hat er garnicht mitbekommen, das die PIIGS mit dem
    Euro unverdiente niedrige Zinsen bekommen haben, die diese dann prompt
    in die ihren Ländern in Immobilienräusche und Verschuldungsorgien ausgelöst haben? Kann das alles wahr sein? Können wir aus den Fehlern der
    Vergangenheit lernen? Ja, wir können und haben uns zu einer europäischen
    Friedensunion entwickelt. In der Ökonomie brauchen wir länger. Deutlich länger!

  9. Martin Eberl

    Hallo Herr Malik,
    einfach das Gegenteil zu glauben ist ebenso falsch, wie das zu glauben was alle denken. Die breite Masse hat weder die Kompetenzen noch die Zeit, sich mit den Fragen der Wirtschaft ausreichend zu beschäftigen, um eine adäquate Meinung zu bilden (@Clasen: unwissend, nicht dumm). Aus meiner Sicht ist eine regulierende Institution gefordert, die das Wohl der Gesellschaft schützt. Ansätze dazu gibt es in Europa, doch sind diese in der Lage das zu leisten? Wie muss eine systemgerechte Institution in Europa geschaffen sein, um zielführend einzuwirken? Keine einseitige Ausrichtung ist langfristig gesund. Wäre eine Gesellschaft ohne Schulden lebensfähig, in einer de-regulierten Welt wo Öl und Waffen regiert? Wer es mit der Welt aufnehmen möchte, ist gezwungen Wege zu gehen, die wenig Widersprüche offen lassen. Die Deflation betrachte ich etwas differenzierter. Es kommt – und geht – in unterschiedlichen Bereichen toter Güter, wie z.B. Immobilien, Geld, Metal, Energie etc. Nur Innovation hat einen stetig wachsenden Wert.

    • F. Malik

      Bei Contrarian Thinking geht es nicht darum etwas „zu glauben“, sondern eher darum, den Irrglauben der Masse zu erkennen und daraus seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Eine der Grundlagen dafür ist die Massenpsychologie.
      Solche Institutionen gibt es. Sie heissen Regierung, Gerichtshöfe, Universitäten und dergleichen. Aber auch diese funktionieren unter den Komplexitäts-Bedingungen der „Neuen Welt“ in der Grossen Transformation21 immer mangelhafter.

  10. Sparer

    Ich habe Angst!

    auch ich rechne mit einer Deflation und halte seit Jahren mein ganzes Geld in Tagesgeld und wenigen kurzlaufenden Sparbriefen. Einen 2 %igen Wertverlust durch Inflation bin ich bereit hinzunehmen.

    Nur, wenn ich mir die letzten hundert Jahre hier in Deutschland ansehe, muss ich mir eingestehen, dass Geldwerte zweimal so gut wie vernichtet wurden, Aktien jedoch nach einem Wertverfall irgendwann wieder stiegen. Sprich am Ende des Tages mehr Wert waren wie die zum größten Teil verfallenen Geldforderungen.

    Daher bin ich verunsichert was mein weiteres vorgehen anbelangt. Soll ich nicht doch lieber bei einer Korrektur der Märkte einige defensive Aktien wie Nahrung, Konsum oder Versorger und T-kom kaufen?

    Ich bin auf das Geld im Alter angewiesen und habe Angst vor einer „Währungsreform“ und einer, wenn auch unwahrscheinlichen, Hyperinflation.

    Gruß an alle und Danke für diesen außergewöhnlichen Blog

    • Brandmann

      Bedenken Sie doch auch, um wie vieles schlimmmer die Lage für unsere Altvorderen war. Wer hätte 1945 noch einen Cent auf Deutschland gewettet? Unsere heutige Situation ist alles andere als dramatisch. Allenfalls schwierig.

      • Sparer

        stimmt auch wieder.

        Es fällt mir schwer das mögliche Ausmaß einer kommenden Krise einzuschätzen

    • viscol

      Es herrschen schwierige Zeiten. Was Sie schreiben bewegt alle Menschen, die sich Gedanken über ihre materielle Zukunft machen. Auch ich als Vater einer vierköpfigen Familie fühle mich in einer solchen Situation. Mein soziales Umfeld kauft Immobilien und verschuldet sich – nach dem Motto die Miete investiere ich in meine eigengenutzte Immobilie. Einer wie ich, der die ganze Immobilienpreisentwicklung (Steigerung um durchschnittlich 80%) in Berlin in den letzen vier Jahren intensiv beobachtet hat, steht unter einem Rechtfertigungsdruck. Die Zeit vergeht, die Immobilienkäufer sitzen in Ihren eigenen vier Wänden und sehen sich auf der richtigen Seite. Da kommen bei mir schon Zweifel auf, ob ich mich vor vier Jahren richtig positioniert habe – als Mieter und Tagesgeldanleger. Wie viele werden wohl nach dem Szenario „Assetdeflation“ handeln, wenn die Niedrigzinsphase noch auf absehbare Zeit bestehen bleibt?

      • Jürgen Clasen

        Die gesamte Situation ist einfach nur verrückt. Jahre zuvor, haben
        Bekannte von mir Immobilien in Berlin erworben. Danach sind sie
        erst einmal im Wert gesunken. Diese Anleger haben im guten Glauben an die Hauptstadtstory gehandelt und sich die Haare gerauft. Man sollte nicht nur die letzten vier Jahre sehen, sondern etwas länger. Mit den niedrigen Zinsen heutzutage, kann man leicht mehr aufnehmen als in den 90zigern. Nur vergessen die meisten, dass sie dann auch effektiv mehr Schulden am Hals haben. Z.B. 400TE statt 200TE und diese 200 TE mehr, müssen auch in die Betrachtung eingehen. Tilgungslast statt Zinslast. Wer glaubt
        am Aktienmarkt sieht es besser aus, kennt nicht die Einzelheiten.
        Mal nachsehen wo RWE und e.on heute stehen, im Vergleich zu früheren Jahren. Tränen können einem kommen beim Verbund und Energiedienst und sie machen aus nachhaltigen Wasserquellen Strom. Rheinfelden hat Energiedienst allein schon 380 Mio E gekostet. Über alles gesehen ist der Börsenwert hier ein Witz. So geht es fast überall zu. Die institutionellen Anleger treiben wohl nur wenige Papiere und damit den Index. Nach meiner Er-innerung war das auch 2000 auffällig. Vorsicht Glatteis!

        • F. Malik

          Nun lassen wir noch zusätzlich die Zinsen steigen, weil immer mehr Schuldner – etwas Energiekonzerne – vor immer grösseren Herausforderungen stehen, und weil es auch erste Grossinsolvenzen gibt, wo Schuldpapiere überhaupt ihren Wert verlieren, dann sind die Finanzierungen von Immobilien bald in einem sehr prekären Zustand.

      • F. Malik

        Die meisten Immobilien, die im Preis noch einmal so drastisch gestiegen sind, wie Sie sagen, würde man schon heute kaum noch zum selben oder zu einem noch höheren Preis verkaufen können, wobei es natürlich immer auch auf die lokalen Sonderverhältnisse ankommmt. In Zürich z.B. sinken die Immo-Preise deutlich, und trotzdem gehen sie nicht leicht vom Markt. Die auf den Immos lastenden Schulden werden daher immer drückender. Wenn dann noch Angst um den Arbeitsplatz hinzu kommt, kann die Verschuldungslage sehr bedrückend sein.
        Aber ein gewisses Risiko ist in der heutigen Lage immer gegeben. Ich selbst würde so handeln wie Sie.

    • F. Malik

      In Ihrer Situation würde ich jetzt nichts unternehmen, ausser mich vorbereiten, das Geld letztlich in bar zuhause oder im Banktresor zu halten.
      Bei Schlüssen aus langfristigen Aktienkursbildern läuft man gerne in die Irre.
      Ob Aktien per Saldo gut oder schlecht waren, kommt ganz darauf an, bei welchen Preisen man sie gekauft hat/hätte. Es kommt nicht darauf an, dass der Index insgesamt und über 100 Jahre gestiegen ist. Das gibt ein schiefes Bild.

      • Sparer

        Hallo Herr Malik,

        danke für ihre Antwort.

        Das mit dem Index sehe ich ja genau so. Worauf ich hinaus wollte, was passiert bei einer „Währungsreform“ mit den Geldwerten und sollte man an seiner (meiner) Meinung unbedingt festhalten oder auch andere Sensarien mit einkalkulieren, wo vielleicht Sachwerte/Aktien überlegen sind? Wie sie es ja zwei mal in Deutschland bereits waren.

        Wie geschrieben mir geht es nicht um Gewinn, nur um Erhalt!

        Gruß
        vom Sparer

        • Miriam

          Lieber Sparer, Lieber Herr Malik,
          ich sehe allerdings in einer Währungsreform einen gangbaren Weg um einerseits Geldmengen in den Griff zu kriegen, andererseits die „Schere“ wieder zu schließen und gleichzeitig Kapitalverkehrskontrollen durchzusetzen.
          Wenn eine Währungsreform explizit als Kontoumstellung festgesetzt würde, müsste jeder all seine Vermögen einzahlen, bzw. Konten / Schulden deklarieren. Somit würde sichtbar, wo welche Vermögen liegen. Man könnte alle Vermögen/ Schulden oberhalb eines personen- oder geschäftsgebundenen Freibetrages anders behandeln und dadurch die Reichen etwas weniger reich machen und die Armen verschonen.
          Aus meiner Sicht würde ein solches Vorgehen die Abwärtsspirale unterbrechen bzw. verlangsamen und gleichzeitig wäre eine solche bargeldlose Kontoumstellung auch eine gute Basis um (zumindest vorübergehend) den Kapitalverkehr zu kontrollieren und ggf. zu besteuern. Möglicherweise würde sogar die Ankündigung einer solchen Maßnahme den stagnierende Geldumlauf beschleunigen und die Wirtschaft ankurbeln. Warum sollte eine Währungsunion „allerletztes Mittel“ sein???
          beste Grüße
          Miriam

        • F. Malik

          In bisherigen Krisen waren Währungsreformen immer das allerletzte Mittel, das Regierungen eingesetzt haben.
          Von da her hat man noch Zeit und kann die Entwicklung beobachten.
          Aber ich kann nicht ausschliessen, dass es diesmal auch anders sein könnte. Ich selbst glaube, dass eine Währungsreform so schnell nicht kommt.

  11. Jürgen Clasen

    Wie schon mal geschildert, müssen wir das Ohr auf dem Gleis haben, um die
    Ankunft des Zuges schon frühzeitig, bevor irgendeiner schon was davon sieht, zu erkennen.
    Mein Ohr ist in diesem Falle auf einem short Faktorzertifikat auf den DAX mit 6fach Hebel. Es überzeichnet die Indexbewegung wie mit einer Lupe. Allerdings waren in der Vergangenheit schon öfters Fehlausbrüche zu verzeichnen. Natürlich ist das auch jetzt nicht auszuschließen. Leute, die
    ruhig schlafen wollen halten, wie von Ihnen, Herr Prof. Malik, empfohlen
    Cash. Erfahrene Anleger mit Augenmaß können kleinste Position aufbauen.
    Aber natürlich, wegen mehrer Gründe, nicht mit dem angeführten 6 fach Hebel. Silber eiert, wie schon erwartet, auch rum und kann keinen Weg nach oben finden. Tja, dann bleibt den ungeduldigen Anlegern nichts anders übrig
    als ihr Silber los zu werden…

  12. Jürgen Clasen

    Autoindustrie: 2013 schlechtestes Jahr seit Jahrzehnten
    11.06.2013 | 10:16 | (DiePresse.com)
    Die Autoverkäufe werden heuer um fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Die Auslastung ist die schlechteste seit dem Zweiten Weltkrieg.
    Im April in D -17% weniger Neuzulassungen als ein Jahr zuvor.
    Hmm.
    Angeblich geht es D doch Gold. Kaufen die Seppl nur Autos, wenn es zappenduster aussieht ? Zinsen für Leasing müssten doch zum Kauf anreizen.
    Sorgen um den Arbeitsplatz braucht man sich bei uns nicht zu machen.
    Hmm.
    Nur in China und in den USA läuft der Laden. Das mit China mag man ja verstehen. In den USA kann man ein Fragezeichen setzen.
    An den Börsen sind Kursverläufe erklärlicher. Die Notenbanken sorgen mit
    niedrigsten Zinsen und Anleihekäufen, Hypothekenkäufen für gute Stimmung.
    In D halten die Ureinwohner nur noch 5% ihrer Vermögenswerte in Aktien.
    Das Ausland bestimmt also was gespielt wird. Eine gefährliche Situation, denn um die Wall Street baut man erfahrungsgemäß eine Wagenburg. Die Mittel dazu, kann man in D schnellstens mit Verkäufen einsammeln. Auffällig
    in letzter Zeit DOW hält sich gut gegen DAX. Sackt bei Eröffung ab. Dann kommt die helfende Hand ins Spiel.
    Hmm.

  13. Jürgen Clasen

    „Japans gefährliches Spiel“ :

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/geldflut-japans-gefaehrliches-spiel/8342470.html

    Wie schon mir gepostet, bleibt es das Geheimnis der japanischen Regierung, wie sie mit Billionendefiziten einerseits Schwung in ihren Laden kriegt und
    andererseits mit Inflationszielen von 2% die Yen-Bondhalter bei der Stange
    halten kann. Sieht doch so aus, dass man dort, wie überall, nicht übers Wasser laufen kann und die Anleihebesitzer doch den richtigen Schluss ziehen: Verkaufen. Dieses Fehlkonstrukt, hätte die, ach so schlaue Wirtschaftspresse, doch schon zu Anfang als einen Kaiser ohne Kleider entlarven müssen. Japan ist aber nur ein Vorbeben. Der Rest der Welt, der nur vom Defizitspending getragen wird, wird auch noch rangenommen.

    • NJPuls

      Den Geheimnissen der sagenumwobenen japanischen Aktienkursentwicklung wird man auch als Nichtbörsianer schnell auf die Spur kommen, wenn man

      sich A) den Verlauf der Kurve mit der notwendigen zeitlichen Perspektive anschaut:
      http://gisweb.vwd.com/mel/kurse_einzelkurs_chart.htn?u=128&hist=30000&bereich=asien&i=148429&kunde=10100ext

      sich B) vergegenwärtigt, dass es sich bei der Entwickung um Exponentialwachstum handelt http://de.wikipedia.org/wiki/Exponentielles_Wachstum

      und sich schließlich C) in der kybernetischen Fachliteratur des letzten Jahrtausends umschaut, was es damit auf sich hat (Vester: Unsere Welt – ein vernetztes System, Verlag Ernst Klett, Stuttgart 1978, dtv 1983).

      Die Frage ist, welche Wirkungen derartige Verläufe haben. Im Falle eines Heuschreckenschwarms sind die Felder leergefressen und es kommt u.U. zu Hungersnöten. Bei der Telekomaktie, die nach Börsenstart eine ähnliche Exponetialentwicklung hatte, waren medial irregeleitete Käufer lediglich um viel Geld erleichtert.

      Die Naivität, mit der allabendlich 19:55 h über diese Entwicklungen fabuliert wird, ist schon erstaunlich. Das ist so als würde um 20:14 h der drohende Orkan als laues Lüftchen angekündigt.

      • F. Malik

        Sie haben völlig, völlig Recht, Herr Puls. Wenn man den Nikkei seit 1980 anschaut, werden die Verhältnisse sogar noch klarer. Ja, die Naivität ist grenzenlos, und so wird auch der Schock sein …

    • F. Malik

      Sie haben ganz Recht. Es wird so nicht gehen. Im HB-Artikel, der im Übrigen recht realistisch ist, steht allerdings weiterhin der Unsinn vom „Geld drucken“. Insoweit ist er irreführend.

  14. Jürgen Clasen

    (I)Ein äußerst bemerkenswerter Vorgang, der in Ihrem Blog, Herr Prof Malik, festgehalten werden sollte:“Deutsche Bank ist unterkapitalisiert“
    US Bankenaufseher bezweifelt öffentlich (!) die Kapitalisierung der Deutschen Bank. Basel III hilft Banken dabei besser mit Geld ausgestattet erscheinen zu lassen als sie es eigentlich sind – sagt der Vize-Chef der Einlagensicherheitsbehörde FDIC Thomas Hoenig. Die Deutsche Bank habe viel zu wenig Geld. Der Typ ist nicht irgendein völlig nachgeordneter Angestellter der FDIC. Nein, er ist Vice.Chef der FDIC! Mit so einer brisanten Auffassung geht er an die Öffentlichkeit, wie weiland Breuer über die Kirchgruppe hergezogen ist. So ein Typ kann gar keine private Meinung öffentlich äußern. Alle privaten Einlassungen im öffentlichen Raum müssen zwangsläufig mit Erkenntnissen unterlegt sein, die er aus seiner beruflichen Tätigkeit gewonnen hat. Der Mann muss auch wissen, das er so eine brisante Sache immer auch als Vice Chef der FDIC losläßt. Er stellt damit die Solvenz der Deutschen Bank in Frage. Stellt die Regeln von Bassel III als nutzloses Zeug dar. Atemberaubend, die Deutsche Bank sei nach anderen Maßstäben „schrecklich unterkapitalisiert“.

    • Herbert S.

      Da passt gerade dazu: „BASEL I war 30 Seiten lang, die Berechnungen ließen sich mit Bleistift und Papier vornehmen. BASEL II mit einer Fülle zusätzlicher Details und neuen, komplexen Risikomodellen war BASEL II 347 Seiten lang. Die Reaktion auf 2008 war eine noch kompliziertere Vorschrift – BASEL III -, die es auf 616 Seiten brachte.1 Während BASEL I sich in den USA in 18 Seiten primäre Gesetzgebung übersetzen ließ, waren es bei BASEL III mehr als 1.000 Seiten. Ich arbeite mit der Bank of England zusammen und habe meine Kollegen dort gefragt: Wer versteht die Folgen von BASEL III? Ihre einhellige Antwort lautete: Wahrscheinlich kein Mensch.“ S. 291.

      „Wenn etwas schiefgeht, erzählt man uns, künftige Krisen ließen sich durch bessere Technik, mehr Gesetze oder aufwendigere Bürokratie verhindern. Was fehlt, sind risikokompetente Bürger! S. 11.“

      „Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dem unerwarteten Ende des Truthahns und der Unfähigkeit von Experten, Finanzkrisen vorherzusagen: Beide verwenden Modelle, die kurzfristig funktionieren mögen, aber nicht die Katastrophe erkennen können, die weiter in der Zukunft droht.“ S. 56.

      Quelle: Gigerenzer, Gerd. Risiko: Wie man die richtig

      • F. Malik

        Sehr wichtig, dass Sie die Basel-Abkommen so schön in Erinnerung bringen.

    • Jürgen Clasen

      (II) Quelle:
      http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/us-bankenaufseher-deutsche-bank-ist-unterkapitalisiert/8354812.html
      Die DB ist aber nicht die einzige Bank die sich nach Basel III zu richten hat. Was ist mit den anderen Banken, die gleichfalls diesen Regeln folgen müssen. Nach meiner Einschätzung sind die schon unter Wasser, wenn der DB
      selbiges schon am Halse steht. Da hilft es auch nicht wenn die FDIC jetzt eiligst nachschiebt, es sei die private Meinung ihres Vice Chefs. Der sollte
      soviel Fingerspitzengefühl haben diese Einschätzung mit den obersten Chefs
      der DB abzugleichen. Das alles ist mehr als suspekt und wenn dieser Herr
      seine suspekte Meinung zum Besten gibt, die ihn den Kopf kosten könnte, ist er möglicherweise von seiner ebenfalls suspekten Regierung vorgeschickt worden… DB dürfte aber keine „Eier in der Hose“ haben und ihn auf Mrd
      Schadensersatz verklagen, so wie es Kirch mit der DB vorgemacht hat.
      Großes Finanzkino wahrscheinlich in mehreren Teilen. Wäre ich Vice bei der
      Deutschen Bank würde ich mal, natürlich auf privater Basis, die Kreditwürdigkeit der USA unter bestimmten Gesichtspunkten bezweifeln…
      Was hier sogar zutreffend wäre!